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Schnittstellen im Gesundheitswesen - Grundlage für vernetze Versorgung
Ohne funktionierende Schnittstellen bleibt Digitalisierung Stückwerk. Erst die Interoperabilität schafft die Grundlage für durchgängige, sichere und effiziente Informationsflüsse im Krankenhaus.
Sie ist damit die unsichtbare Infrastruktur, auf der sowohl moderne Verwaltungssysteme als auch KI-Agenten, Telemedizin und patientenzentrierte Versorgung aufbauen.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn Daten systemübergreifend, sicher und standardisiert ausgetauscht werden können. Gerade in Krankenhäusern treffen verschiedenste IT-Systeme aufeinander – von der Patientenaufnahme bis zur Intensivstation. Hier kommen Schnittstellen ins Spiel: Sie sorgen dafür, dass Informationen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und im richtigen Format verfügbar sind.
Ausgangslage: Insel statt Integration
In vielen Krankenhäusern existieren heute zahlreiche spezialisierte IT-Systeme nebeneinander:
- KIS (Krankenhausinformationssystem) für administrative und medizinische Daten
- PACS (Picture Archiving and Communication System) für Bilddaten
- LIS (Laborinformationssystem) für Laborergebnisse
- RIS (Radiologieinformationssystem) für Bilddiagnostik
- PDMS (Patientendatenmanagementsystem) auf Intensivstationen
- ERP-Systeme für Einkauf, Logistik und Personalverwaltung
Das Problem: Diese Systeme stammen häufig von unterschiedlichen Herstellern und sprechen verschiedene „Datensprachen“. Ohne funktionierende Schnittstellen ist ein reibungsloser Datenaustausch nicht möglich – Informationen bleiben isoliert („Dateninseln“), Prozesse sind fehleranfällig, und die Nutzung von KI-Systemen wird massiv erschwert.
Standardisierte Schnittstellen - die technische Basis
Um diese Brüche zu überwinden, wurden verschiedene Datenstandards und Schnittstellenprotokolle etabliert:
HL7 (Health Level 7)
- Einer der ältesten und am weitesten verbreiteten Standards für den Austausch klinischer und administrativer Daten.
- HL7 V2 wird bis heute in vielen Krankenhäusern verwendet.
- HL7 V3 und insbesondere FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) gelten als moderne Weiterentwicklungen, die auf Web-Technologien (REST, JSON, XML) basieren.
- Vorteil: FHIR ist leicht integrierbar in cloudbasierte Systeme und KI-Anwendungen.
DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine)
- Standard für medizinische Bilddaten (Radiologie, Kardiologie etc.).
- Ermöglicht die strukturierte Speicherung, Übertragung und Archivierung von Bildern und zugehörigen Befunden.
- DICOM-Worklists und -Tags ermöglichen eine klare Zuordnung zu Patienten und Untersuchungen.
IHE (Integrating the Healthcare Enterprise)
- Eine Initiative, die auf bestehenden Standards wie HL7 und DICOM aufbaut.
- Ziel ist die praktische Interoperabilität zwischen Systemen verschiedener Hersteller.
- Definiert sogenannte Profile, die festlegen, wie Systeme miteinander kommunizieren sollen (z. B. für Labor, Radiologie, Patientenidentifikation).
FHIR – der neue Standard
- FHIR wird zunehmend zum Schlüsselstandard moderner Schnittstellen.
- Er ermöglicht den Zugriff auf einzelne Datenelemente („Resources“) über Web-APIs – etwa Laborbefunde, Diagnosen oder Medikationsdaten.
- FHIR ist besonders relevant für KI-Agenten, Telemedizin-Apps und Cloud-Plattformen, da es den Echtzeitdatenaustausch unterstützt.
Zukunft: Interoperable Plattformen und API-Ökosysteme
Die Zukunft liegt in offenen, interoperablen Plattformen, die alle Systeme eines Krankenhauses verbinden:
- Middleware-Lösungen oder Enterprise Service Bus (ESB) bündeln Datenströme aus verschiedenen Quellen und stellen sie zentral bereit.
- FHIR-basierte APIs ermöglichen Echtzeitzugriffe – z. B. für KI-gestützte Analysen oder Dashboards.
- Cloud-Plattformen wie Microsoft Cloud for Healthcare, Siemens teamplay, oder Oracle Health schaffen vernetzte Datenräume für Forschung und Versorgung.
- Telematikinfrastruktur (TI) sorgt für sichere Kommunikation zwischen Krankenhäusern, Praxen, Apotheken und Krankenkassen.
Rolle und KI und Beratung
Für den Einsatz von KI-Agenten sind Schnittstellen entscheidend:
- Sie ermöglichen, dass der KI-Agent Daten aus KIS, PACS oder LIS abruft, analysiert und Ergebnisse wieder ins System einspeist.
- KI kann umgekehrt Schnittstellenprobleme erkennen und optimieren, etwa durch automatisches Mapping von Datenfeldern oder semantische Übersetzung zwischen Systemen.
- Beratungsunternehmen übernehmen hier eine Schlüsselrolle, indem sie Integrationsstrategien entwickeln, Standards umsetzen und Compliance sicherstellen.